Femke Herregraven, The Evacuated, 2021-2026. Stills aus einem in Echtzeit generierten Ökosystem eines Waldes. Courtesy of the artist.
FEMKE HERREGRAVEN
THE EVACUATED
Eröffnung: 17.10.2026, 16:00–19:00 Uhr
Die Region um Lüneburg ist geprägt von der unmittelbaren Nähe militärischer Infrastrukturen und natürlicher Ressourcen. Vor diesem Hintergrund porträtiert FEMKE HERREGRAVENs Multimediainstallation The Evacuated (2021–2026) einen Wald, der zugleich ein Ort der Gefahr und ein Ort in Gefahr ist. Doch anstatt eine krisenhafte Zukunft zu prophezeien, legt die Künstlerin die verborgenen Erinnerungen des Waldes frei und offenbart seine Geschichte als einen Prozess fortwährender Veränderung. Die live-generierte Simulation zeigt eine Landschaft, in der sich ökologische Transformation und ökonomische Spekulation, historische Ereignisse und mythische Erzählungen überlagern.
Die Ausstellung wird kuratiert von LISA DEML und MARIE-SOPHIE DORSCH.
Die Ausstellung wird großzügig gefördert durch die Stiftung Niedersachsen und das Königreich der Niederlande. Das Jahresprogramm der Halle für Kunst Lüneburg e.V. wird unterstützt durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, den Lüneburgischen Landschaftsverband und die Hansestadt Lüneburg.
In ihrer künstlerischen Praxis setzt sich FEMKE HERREGRAVEN mit den Auswirkungen abstrakter Wertsysteme auf Landschaften, Ökosysteme, Sprachen, Geschichtsschreibung und das alltägliche Leben durch iterative Skulpturen, Zeichnungen, Filme und hybride Installationen auseinander. Ein wiederkehrendes Thema ihrer forschungsbasierten Arbeit ist die Finanzialisierung der Zukunft als Krise, die sie anhand von Katastrophenanleihen als Instrumente zur Verteilung potenzieller Risiken und Verluste untersucht. Herregraven schloss 2007 ihr Studium im Bereich Grafikdesign an der ArtEZ University of the Arts in Arnhem und 2010 ihr Designstudium am Sandberg Institute in Amsterdam ab. Sie ist Absolventin der Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam und wurde 2024 vom Sandberg Institute mit dem Titel Creator Doctus ausgezeichnet. 2019 stand sie auf der Shortlist für den Prix de Rome und erhielt 2023 den Evens Arts Prize sowie 2025 den Theodora Niemeijer Prize. Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt, unter anderem bei Sonsbeek (Arnhem, Niederlande, 2026), im RADIUS – Centre for Contemporary Art and Ecology (Delft, Niederlande, 2024), in der Kunsthall Trondheim (Norwegen, 2023), im Museo Reina Sofia (Madrid, Spanien, 2023), bei Nottingham Contemporary (Vereinigtes Königreich, 2021) sowie auf der 13. Gwangju Biennale (Südkorea, 2021).