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HALLE

FÜR

KUNST

Lüneburg

Mischa Kuball

Utopie/Black Square 2001 FF

Ausstellung   2. Oktober 2003 – 9. November 2003

Eröffnung 2. Oktober 2003, 19h

Rundgang: 08.11.03, 14h

Ort: HALLE FÜR KUNST eV, Reichenbachstr. 2, 21335

Ein Ausstellungsprojekt in Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universität Bochum und dem Deutschen Künstlerbund e.V. Berlin
Mischa Kuball “Utopie Black Square 2001ff“
02.10.-09.11. 03

Eröffnung: 02.10.03, 19h

Rundgang zu allen Arbeiten: 08.11.03, 14h
Treffpunkt: HALLE FÜR KUNST eV

Der Künstler ist anwesend.

Die Ausstellung »Utopie Black Square 2001ff« umfasst ca. 100 Arbeiten des Düsseldorfer Künstlers Mischa Kuball.
Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universität Bochum und dem Deutschen Künstlerbund eV und wurde zuvor variiert in Berlin (Projektraum Rosenthaler), Düsseldorf (Museum Kunst Palast), Bochum (Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum) und Moskau (Tretjakov Galerie) präsentiert. In Lüneburg werden großformatige Arbeiten (100cm x100cm) Kuballs in HALLE FÜR KUNST eV gezeigt, während kleinere Fotografien (21cm x21cm) in verschiedenen privaten und öffentlichen Gebäuden rhizomartig in der Stadt verteilt werden.
Die gezeigten Arbeiten spiegeln Kuballs Auseinandersetzung mit den Utopien des Suprematismus wieder. Er benutzt dabei das Medium der Fotografie und nimmt Bezug auf die Ausstellung “Die Große Utopie“, die 1992 in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt stattgefunden hat. Er reproduziert den Ausstellungskatalog der Frankfurter Ausstellung und bezieht dabei seine eigenen blätternden Hände mit ein. Die einzelnen Fotografien werden durch ein schwarzes Quadrat gerahmt. Die zwischen 1915 und 1932 von Malewitsch entwickelte Kunstform Suprematismus ist kurz gefasst die nicht steigerbare, absolute Abstraktion malerischer Formen und Malewitschs Gemälde “Das Schwarze Quadrat“ die konsequenteste Verwirklichung dieser Kunstauffassung. Kasimir Malewitschs Kunst der “reinen Form“ strebte nach einer allgemeinen Verständlichkeit, unabhängig von der kulturellen oder ethnischen Zugehörigkeit des jeweiligen Betrachters. Mit Hilfe von Farben hat er in einigen Bildern die dynamische Bewegung der verschiedenen geometrischen Formen in einem imaginären Raum suggeriert. Wie seine Zeitgenossen Piet Mondrian und Wassily Kandinsky entwarf Malewitsch seine künstlerische Utopie als säkulares Gegenstück zur religiösen Malerei. Ihr Ziel war es, die in Russland allgegenwärtige Ikone neu zu erschaffen und den Betrachter auf eine höhere Bewusstseinsebene zu führen.
Nach 1918 war der Suprematismus anerkannte Revolutionskunst, doch in den späten 20er Jahren geriet diese Kunstform vor allem durch Künstler, die weiterhin realistisch malten unter Druck, denn in dieser Kunst, die alles vorherige negierte konnte es keine Weiterentwicklung geben. 1932 wurde in der Sowjetunion die suprematistische Bewegung sogar verboten und der Sowjetische Realismus zur “Staatskunst“ erklärt.
Kuball bringt in seiner Arbeit Motive und Ideale der Kunstgeschichte in Zusammenhang, die eigentlich im Gegensatz zueinander stehen, nämlich die Reproduktion suprematistischer, gegenstandsentleerter Malereien und die realistische Darstellungsweise seiner abfotografierten Hände. Eingebettet vom “Schwarzen Quadrat“ spitzt er sein Konzept auf die mit der russischen Avantgarde verbundenen Utopien zu. Das Scheitern der klassischen Avantgarde und des Suprematismus werden von Kuball reflektiert, ohne, dass er dabei seinen Blick auf überholte künstlerische Utopien verengt. Er betrachtet das suprematistische Bildwerk nur als Stellvertreter der Gesamtproblematik der Avantgarde und Geschichte.
Indem nun versucht wird die suprematistischen Reproduktionen Mischa
Kuballs aus ihrem imaginären Raum zu lösen, sollen sie durch das Verteilen in Lüneburger Haushalte in einem konkreten Raum, nämlich den Lebensraum Lüneburger Familien, eingebettet werden. Auf die in der HALLE FÜR KUNST eV gezeigten Fotografien wird in ergänzend eine Videoinstallation projiziert, welche durch die Aufnahme dynamischer Bewegungen einen zeitgenössischen Zusammenhang mit den suprematistischen Idealen der “Dynamik“ und “Bewegung“ im Raum herstellt.

Zu dieser Ausstellung ist eine Edition (Mischa Kuball: »Utopie/Black Square 2001ff«, 2003, Fotografie auf Aludibond, 50x50cm, Auflage: 20 Ex) in der HALLE FÜR KUNST eV erhältlich. Die Arbeiten sind rückseitig signiert, datiert und nummeriert. Der Preis beträgt 450 Euro (für Mitglieder: 400 Euro)pro Exemplar.

gefördert durch:
Land Niedersachsen, Stadt Lüneburg, Lüneburgischer Landschaftsverband, Stiftung Niedersachsen, Stiftung NRW

Folgende Personen haben Arbeiten von Mischa Kuball in ihren Räumlichkeiten:

Cora und Bernd Althusmann, APM Das Maklerbüro (Klaus Becker), Larissa Buchholz, Fitnesstudio Christiane, Christian Gatzert, Gesellschaft für visuelle Kommunikation (Ramona Ressler-Lührs), Christina Gerth, Haarley`s (Raymund Schiewek), Marlene Heidel, Ulrich Homann, KA International Einrichten mit Stoffen (Christa Prigge), Kirsten und Josua Krüger, Evelyn Kuttig, Prof. Margit Küntzel-Hansen, Herr Ostermann (Landkreis Lüneburg), Angelika und Jan Leu-Barthel, Lüneburger Landeszeitung (Elena Gulli und Frank Füllgrabe), Lüneburger Tafel (Klaus Benecke, Fred Stolte, Konrat Ziegler), LüneCom (Norbert Hill), Ulrich Maeck, Dr. Pierangelo Maset, Ruth Marr, Sonja Parzefall, Recordia Komposition&Produktion (Stefan Bahr), Katharina Reinhold, Ottheinz Rummert, Hilmar Schäfer, Rika Schütte, Sparkasse Lüneburg (Stefanie Pink), Stadt Lüneburg (Jürgen Landmann), Stadtverwaltung (Peter Koch), Antje und Daja Starnick, Polina Stroganova, Dr. Martin Warnke und Carmen Wegemeyer, Hans Jürgen Wege, Türkische Teestube (Fikret Yoldaucmaz), Heike Zollondz.